Heute fing der Tag wieder früh an. Von Kotor her nahm ich die berühmten Serpentinen in Angriff welche in den Lovćen Nationalpark führen. Hier oben bietet sich einem eine wunderbare Aussicht auf die Bucht von Kotor.


Oben angekommen bin ich dann eine Nebenstrasse auf den Gipfel Jezerski Vrh gefolgt um das Mausoleum von Petar II. Petrović Njegoš zu besichtigen. Er war Fürstbischof von Montengro und schuf wichtige Elemente eines modernen Staates. Er gilt deshalb als Nationalheld von Montenegro. Das Mausoleum thront eindrücklich auf dem Gipfel, ein würdiges Andenken für einen Staatsgründer.



Per Zufall sind zur gleichen Zeit ebenfalls Aargauer auf die Idee gekommen das Mausoleum zu besichtigen. Einer von ihnen kommt selber aus Montenegro und meinte das Petar II. viele Gedichte auf dem Berg geschrieben hat und er deshalb selber vorher eine Kapelle auf dem Gipfel erbauen liess bevor dann ein Bildhauer das Mausoleum im Jahr 1974 erschuf.
Die Strasse runter in die weite Ebene der Hauptstadt Podgorica schlängelte sich weiter durch den Lovćen Nationalpark. Mittlerweile bin ich fast wieder auf Meereshöhe und die Temperatur stieg wieder rasant an. Die Hauptstadt habe ich umfahren und bin direkt am Ufer des Skutarisee bis zur albanischen Grenze gefahren. Glücklicherweise musste ich kaum warten denn die Sonne brannte heftig. Gleich bei der Grenze habe ich in der Kleinstadt Koplik albanische Lek besorgt, vollgetankt und die obligatorische SIM Karte gekauft. In der Stadt wurde ich dann Zeuge eines hupenden Autokorsos einer albanischen Hochzeitsgesellschaft welche Bonbons aus dem Autofenster warf. Scheint hier ein Brauch zu sein.
So war ich ausgerüstet für die Strecke nach Theth. Ich folgte der Strasse SH21 auf den Thore-Pass. Hier beginnen auch die eindrücklichen Albanischen Alpen. Runter geht es dann ins Shala-Tal. Hier liegt die Streusiedlung Theth welche im Winter teilweise mehrere Wochen von der Umwelt abgeschnitten ist. Der Strassenabschnitt vom Pass runter nach Theth ist sogar erst seit Ende 2021 asphaltiert. Ich glaube damals hätte ich mir die Strecke mit dem Motorrad nicht zugetraut. Das Bergpanorama ist atemberaubend, liegt die Siedlung nur auf durchschnittlich 800 Metern aber wird doch von mehreren Zweitausendern flankiert.



Viel zu sehen gibt es hier bis auf eine winzige Kirche nicht, ich wollte die Strecke über den Pass aber unbedingt mit dem Motorrad befahren. Wandern wäre eine Option aber im Hochsommer ist es mir dafür viel zu heiss.
Morgen verlasse ich Theth wieder und gehe direkt nach Tirana. Dort werde ich 3 Nächte verbringen.

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