Heute war ein fauler Tag. Ich habe lange ausgeschlafen und bin dann erst so gegen Mittag Richtung Altstadt aufgebrochen. Ioannina ist eher eine kleine Stadt und liegt am Pamvotida-See. Aufgrund der enormen Hitze im Moment wirkt die Stadt tagsüber wie leergefegt. Nur im Schatten der Bäume am Seeufer entlang halten sich vereinzelt Fischer auf. Gegen Abend wenn die Sonne nur noch knapp über den Bergen des Pindos Gebirges steht erwacht die Stadt und die Bewohner machen es sich draussen gemütlich und belagern die zahlreichen Kaffees.

Die Altstadt selber besteht zum grossen Teil aus Wohnhäusern und wirklich viel ist in den engen Gassen nicht los. Das Leben spielt sich mehr ausserhalb der grossen Mauer welche die Altstadt umgibt ab.

Bloss im äussersten Teil der Zunge, welche in den See hinausragt, stehen historische Gebäude auf einem Hügel. Einerseits die Aslan-Pascha-Moschee und die Fethiye-Moschee. Die erstgenannte Moschee ist so wie ich verstanden habe dem Tepedelenli Ali Pascha gewidmet. Ein Pascha war das Oberhaupt einer Grossprovinz im damaligen osmanischen Reich. Tepedelenli Ali Pascha verfügte damals mit Ioannani als Zentrum über ein riesiges Reich in Südalbanien, Epirus, Thessalien und das südwestliche Makedonien. Epirus war mal eine historische Region, ist heute aber mit der gleichnamigen Region nicht mehr zu vergleichen, reichte sie doch damals bis nach Südalbanien. Der Pascha wurde dem Sultan aber zu abtrünnig und liess ihn ermorden wobei der Kopf abgetrennt wurde und in Konstantinopel vor dem Topkapı-Palast ausgestellt wurde. Der Torso liegt neben der Fethiye-Moschee begraben. Schaurige Geschichte, da bin ich froh sind solche barbarischen Methoden in unserem Justizsystem nicht mehr gebräuchlich.



Die ganze Altstadt wird von einer hohen Mauer umgeben und entlang dieser verläuft eine Strasse welche ganz hübsch mit hohen Bäumen gesäumt ist.


Ansonsten bestand der Tag aus Flanieren und Kaffee trinken.

Morgen geht es weiter zum Vikos-Aoos Nationalpark.

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