Heute habe ich die Hauptstadt von Tirana verlassen. Bei relativ angenehmen Temperaturen ging es dem Grossen Park von Tirana entlang an den südlichen Stadtrand. Eigentlich wollte ich die Statue Mutter Albanien auf dem Heldenfriedhof anschauen. Leider war der Zugang nicht möglich, vermutlich war ich zu früh dran.
Vom Stadtrand her bin ich dann halt gleich weiter ein Stück auf der Autobahn A3 Richtung Elbasan gefahren, habe dann aber gleich die nächste Ausfahrt genommen um eine Bergstrecke parallel zur Autobahn zu nehmen. Den Sinn einer Autobahn haben die Albaner anscheinend noch nicht ganz verstanden. Kreuzen doch die Menschen die Autobahn zu Fuss oder befahren sie mit dem Fahrrad, die Verkehrsunfallstatistik muss ziemlich düster aussehen.
Die Abzweigung hat sich gelohnt, die Fahrt schlängelte sich einer Bergkette entlang und bot eine schöne Aussicht.


In einer scharfen Kurve musste ich sogar noch eine Schildkröte umdrehen, die mitten in der Strasse auf dem Rücken lag. Leider war der eine Fuss aber verletzt, vermutlich wurde sie von einem Auto angefahren. Ich habe sie dann am Strassenrand im Gebüsch platziert.
Ziemlich bald ging es dann in der Nähe von Elbasan runter in die Myzeqe Ebene. Meine Navigation führte mich die ganze Tiefebene bis fast ans Adriatische Meer. Ursprünglich wollte ich eine andere Route über Berat nehmen um einen kurzen Blick auf die Stadt der tausend Fenster zu erhaschen. Der weitere Plan wäre dann gewesen die Strasse SH74 bis nach Këlcyrë zu nehmen um dort nach Gjirokastra zu gelangen. Habe dann aber herausgefunden dass die Strecke nicht asphaltiert ist und für die etwa 79 Kilometer mit etwa 5 Stunden zu rechnen ist. Die Strasse hat ebenfalls den Spitznamen “Albanien Death Road” und sogar die Einheimischen meiden sie. So fuhr ich halt die langweilige Strecke bis an die Ausläufer des Mali i Gjerë Gebirges.
Dort fing dann trotzdem die schöne Strecke bis nach Gjirokastra an. Die Vegetation wurde auch karstiger und die Bäume wichen einer Steppenlandschaft.


Die Höhe über Meer blieb aber lediglich die ganze Zeit nur etwa bei 200 Meter und so spürte ich die Hitzewelle welche in den Medien für den Süden Europas angedroht wurde. Ich machte nicht viele Pausen und kam dann so gegen 14:00 Uhr in Gjirokastra an. Das Thermometer zeigte bei der Ankunft stolze 38 Grad an. Ich war erleichtert als ich meine Motorradkleidung ausziehen konnte. Das letzte Teilstück hoch zu meiner Unterkunft war noch eine lustige Erfahrung, die Strassen im älteren Teil von Gjirokastra sind unglaublich steil und so konnte ich nur im ersten Gang hochfahren.
Nach einer Dusche bin ich gleich losgezogen um mir die Geburtsstadt von Enver Hoxha anzuschauen. Der ursprüngliche Teil der Stadt liegt oben am Hang, aus Platzgründen hat sich die Stadt aber bis unten ans Ufer des Drino ausgebreitet. Da meine Unterkunft gleich bei der bekannten Burg von Gjirokastra liegt, bin ich zuerst einmal diese besichtigen gegangen. Sie thront prominent auf einem Felsen und bietet daher eine atemberaubende Aussicht auf das Tal und die Altstadt.





In der Burg steht auch ein Wrack einer Lockheed T-33. Immer wieder witzig wie die Geschichte im Krieg je nach Partei erzählt wird.


Von der Burg runter ging es dann in die bekannte Altstadt welche mal fast in die UNESCO Weltkulturerbe Liste eingetragen wurde. Charakteristisch sind die Dächer der Häuser, welche anstatt aus Ziegel aus Stein bestehen. Diese Bauweise sorgte vor der Zeit der Klimaanlagen für eine angenehme Temperatur.

Das Zentrum der Altstadt ist gesäumt von Souvenirläden und Cafés, ein bisschen kitschig aber schon irgendwie niedlich.


Das Abendessen habe ich in einem Familienrestaurant mit einer gemütlichen Veranda zu mir genommen.

In Gjirokastra bleibe ich nur eine Nacht und werde morgen Nachmittag bereits die Grenze zu Griechenland überqueren.

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